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Wenns im Heustock brenzlig wird

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Die Feuerwehr Schlatt-Haslen stellte sich am Samstagvormittag, 26. September, einer komplexen Herausforderung: Ein Brand mit vermissten Personen im Stall. Dichter Rauch, ein Heukran, Schläuche und ein Traktor standen bei der Hauptübung im Weg.

Ein trockener Sommer, ein staubiger Stall und mittendrin ein brennendes Heugebläse. Da schrillen alle Alarmglocken – und am Samstag um 9.30 Uhr auch die Pager der Feuerwehr Schlatt-Haslen. Die Meldung zur Hauptübung ist knapp und klar: «Brand mit vermissten Personen in Hinterhaslen 11.» 33 Männer und zwei Feuerwehrfrauen rücken sofort aus. Sie treffen ein fiktives Pulverfass vor. Nicht auszudenken, wie schnell sich so ein Brand ausbreiten könnte. Es eilt. Doch stockdichter Rauch lässt einen kaum die Hand vor Augen sehen. Damit nicht genug: Hoch in der Luft ragt auch der Heukran weit aus dem Stall, jemand ist in der Kabine gefangen. Schlatt-Haslen braucht Hilfe. Die Stützpunktfeuerwehr Mittleres Appenzellerland wird aufgeboten – drei Mann sollen mit ihrer neuen Autodrehleiter den Knaben aus seiner misslichen Lage befreien. Derweil arbeitet sich der Atemschutz mühsam durch den hartnäckigen Qualm im Inneren. Denn im Silo und auf dem Heustock werden weitere Opfer vermutet. «Da hätte man Zeit gewinnen können», wird Moritz Sutter später bei der Übungsbesprechung sagen: «Unser Lüfter kam erst etwas spät zum Einsatz.» Sprich, der Rauch hätte sich schon früher lichten können, was die beiden Vermissten eher zum Vorschein gebracht hätte. Auch der Wasserbezug zeigte sich knifflig. Im Übungsfazit erfuhr man von Kommandant René Germann: «Die Motorspritze war mit leichter Verzögerung auf dem Platz und musste deshalb über die Schläuche geschoben und am mittlerweile rausgestellten Traktor vorbeigezirkelt werden.» Alles in allem zeigte er sich aber zufrieden mit dem Gezeigten: «Mir hat vieles sehr gut gefallen. Ihr habt gewusst, wie vorzugehen ist und seid ruhig geblieben.» Vielleicht hätte man sogar mit noch mehr Bedacht vorgehen dürfen. Richard Wild gab der Mannschaft in der Rückschau mit: «Vernachlässigt eure eigene Sicherheit nicht.» Als Einsatzleiter hätten Stefan Dörig und sein Stellvertreter Franz Brülisauer eine gute Übersicht bewiesen, wurde ihnen vom Kommandanten attestiert.

Unter die Handvoll Schaulustige hatte sich auch Bezirksrätin Christina Sutter gesellt, ihr obliegt das Ressort «Soziales und Sicherheit». Sie richtete im Anschluss Dankesworte an «ihr» Team und zeigte Anerkennung für die nicht selbstverständliche Bereitschaft, rund um die Uhr für die Allgemeinheit da zu sein. Eine Bereitschaft, die für Ueli Brülisauer, auf dessen Hof das Szenario durchgespielt wurde, nun zu Ende ging. Für ihn war es die letzte Hauptübung, er hat seine Dienstpflicht erfüllt.

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Text und Bilder: Matthias Brülisauer

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